| Asiatischer Marienkäfer - Harmonia axyridis |
|
Schädlinge |
Kennzeichen und Allgemeines
Der Asiatische Marienkäfer ist etwa 6 bis 8mm lang und circa 5 bis 7mm breit. Seine Färbung ist äußerst variabel. Seine Deckflügel sind in der Regel hellgelb bis dunkelrot. Meist hat er 19 schwarze Flecken, die so ausgeprägt sein können, dass es so aussieht, als wenn es sich um einen schwarzen Marienkäfer mit roten Punkten handelt. Daneben kommt es auch vor, dass die schwarzen Punkte nur schwach ausgeprägt oder gar nicht vorhanden sind. Das Halsschild des Asiatischen Marienkäfers ist hell-gelblich gefärbt und zeigt die charakteristische Zeichnung in Form eines schwarzen "Ms" bzw. "Ws".
Unsere einheimischen Marienkäfer weisen zwei oder sieben Punkte auf.
Aufgrund seiner Farbenvielfalt wird der Asiatische Marienkäfer auch als Harlekin-Marienkäfer oder Vielfarbiger Marienkäfer bezeichnet.
Die Larven des Asiatischen Marienkäfers sind zunächst gelbgrün und später schwarz bis blaugrau gefärbt und komplett mit Borsten besetzt. Die ersten fünf Segmente des Hinterleibs sind einschließlich der dortigen Borsten orange.
Der Asiatische Marienkäfer kommt ursprünglich aus China und Japan und wurde Ende des 20. Jahrhunderts zur Bekämpfung von Blattläusen (biologische Schädlingsbekämpfung) in die USA und nach Europa geholt. Nun ist er selbst zur Plage geworden. Er stellt für unsere einheimischen Marienkäfer eine massive Bedrohung dar und ist für uns Menschen ein regelrechter Lästling.
Natürliche Fressfeinde hat der Asiatische Marienkäfer so gut wie keine, da er wie fast alle Marienkäferarten bei Gefahr zur Absonderung seiner gelben, bitter schmeckenden und giftigen Hämolymphe neigt. Man spricht in diesem Zusammenhang vom so genannten Reflexbluten.
Fortpflanzung
Der Asiatische Marienkäfer neigt zur Massenvermehrung.
Das Weibchen des Asiatischen Marienkäfers nutzt zur Eiablage (10 bis 50 gelbe Eier) Pflanzen, die von Blattläusen befallen sind. Etwa drei bis fünf Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven. Bis zur Verpuppung vergehen etwa zwei Wochen. Während dieser Zeit frisst jede einzelne Larve zwischen 600 und 1.200 Blattläuse. Nach der Verpuppung dauert es zwischen 5 bis 6 Tage, bevor der fertige Asiatische Marienkäfer schlüpft. Pro Jahr werden mindestens zwei Generationen - bei guter Witterung drei bis vier - Generationen erreicht.
Ausgewachsene Exemplare des Asiatischen Marienkäfers haben eine Lebenserwartung von 2 bis 3 Jahren.
Befall
Vor allem für die Weinwirtschaft stellt der Asiatische Marienkäfer ein Problem dar. Die Käfer verbringen zur Weinlesezeit die Nächte mit Vorliebe in den Weintrauben, wo sie vor den Witterungseinflüssen relativ gut geschützt sind. - siehe Schadwirkung
Wenn der Sommer zu Ende geht, fliegt der Asiatische Marienkäfer oft in Massen Wohnhäuser und andere Gebäude an, um in warmen Spalten, Ritzen und Zwischenräumen zu überwintern. Die Schwarmbildung kommt durch Pheremon-Ausschüttung zustande. Wenn der Asiatische Marienkäfer überwintert, braucht er keine Nahrung, sondern lebt von seinem eingelagerten Körperfett.
Schadwirkung
Der Asiatische Marienkäfer ist äußerst gefräßig und macht nicht einmal vor seinen einheimischen Artgenossen halt, um seinen Hunger zu stillen. Weshalb langfristig eine Verdrängung einheimischer Arten zu befürchten ist.
Wenn der Asiatische Marienkäfer beispielsweise mit der Traubenernte in den Kelter gelangen, reichen bereits einige wenige Exemplare aus, um den Wein durch die Hämolymphe der Marienkäfer ungenießbar zu machen.
Asiatische Marienkäfer können auch beißen. Der Biss ist deutlich zu spüren, bleibt aber ohne weitere gesundheitliche Konsequenzen. |
|
|