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Standards (nicht nur) in der Lebensmittelindustrie

Insbesondere Unternehmen der Lebensmittelindustrie sowie zuliefernde und an den Prozessketten beteiligte Branchen sind heutzutage nicht nur zur Einhaltung von Gesetzen, sondern auch zur Einhaltung diverser Standards verpflichtet. Die Standards sind eine wichtige Grundlage, um den gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit von Lebensmitteln und den Schutz von Verbrauchern gerecht zu werden. Aus den individuellen Standards ergeben sich für Unternehmen der Lebensmittelindustrie klar definierte Forderungen an das Hygienekonzept. Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist auch die Schädlingskontrolle und das Schädlingsmanagement.

Die wichtigsten Standards in der Kurzvorstellung:

AIB Consolidated Standards for Food Safety

Diese Standards wurden von der AIB (American Institute of Baking) für Unternehmen in der Lebensmittelverarbeitung herausgegeben. Sie dienen zur Risikobewertung der betrieblichen Lebensmittelsicherheit und zur Ermittlung in welchem Grad die Kriterien in den Normen eingehalten werden.

BRC Global Standard for Food Safety

Der Global Standard for Food Safety ist ein weltweit anerkannter Standard für die Lebensmittelsicherheit, der vom britischen Einzelhandelsverband BRC (British Retail Consortium) definiert wurde. Unternehmen der Lebensmittelindustrie, die die GMP und ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt haben und auf Grundlage dessen sichere Produkte herstellen, können über den BRC Global Standard for Food Safety eine Zertifizierung erreichen. Anwendung findet der BRC-Standard überall dort, wo offene Lebensmittel verarbeitet oder verpackt werden, wobei die Bandbreite von Primärprodukten (frisch produzierte Waren wie beispielsweise in Schlachthöfen) bis hin zu schon verarbeiteten Lebensmitteln, Fertigprodukten und Konserven reicht. Verlangt wird die Umsetzung des HACCP-Systems, ein dokumentiertes System zum Qualitätsmanagement und die Kontrolle der Hygienebedingungen (bezogen auf Produkte, Prozesse und Mitarbeiter). Der BRC-Standard ist wie der IFS-Standard bei der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannt. Verglichen mit dem IFS hat sich der BRC jedoch mehr im englischsprachigen Europa sowie in Teilen Asiens und in den USA durchgesetzt. Wenn Produkte im britischen Handel platziert werden sollen, ist der BRC-Standard sogar Grundvoraussetzung.

BRC/IoP – Global Standard for packaging and packaging materials

Beim Global Standard Packaging handelt es sich um einen Standard für Verpackungen und Verpackungsmaterialien, der 2001 gemeinsam vom British Retail Consortium (BRC / Britischer Einzelhandelsverband) und dem Institute of Packaging (IoP) definiert wurde und deshalb auch als BRC/IoP-Standard bezeichnet wird. Der Standard dient der umfassenden Darstellung der Anforderungen, die an die Herstellung von Lebensmittelverpackungen und Verpackungsmaterialien gestellt werden. Berücksichtigt werden ebenso Anforderungen an das allgemeine Qualitätsmanagement (beispielsweise Dokumentation, Rückverfolgbarkeit, interne Audits) wie auch Anforderungen an die Hygiene der Produktionsanlagen und Betriebsumgebung, an das Personal sowie an die Kontaminationsvermeidung. Basis hierfür ist eine umfassende und dokumentierte Risikoanalyse, die die speziellen Anforderungen bei Verpackungsmitteln berücksichtigt.

FPA-SAFE Standard (SAFE = Supplier Audits for Food Excellence)

Der FPA-SAFE Standard ist ein Lieferantenstandard, der von der FPA (Food Product Association) einer Interessensgemeinschaft von amerikanischen Lebensmittelproduzenten in Kooperation mit dem Handel entwickelt wurde. In den USA nimmt der FPA-SAFE Standard einen ähnlichen Stellenwert wie der IFS in Europa ein. Da viele internationale Großkonzerne wie Unilever, Masterfoods, Kraft, Nestlé oder McDonalds Mitglied in der FPA sind, ist es heute schon oft so, dass auch europäische Zulieferer dieser Unternehmen den FPA-SAFE Standard erfüllen müssen.

FSSC 22000 – Food Safety System Certification / ISO 22000

Die FSSC 22000 (Food Safety System Certification) bezieht sich auf die gesamte Kette der Lebensmittelproduktion. Entwickelt wurde die FSSC 22000 speziell für Unternehmen, die pflanzliche oder tierische Produkte oder Lebensmittelzutaten herstellen oder verarbeiten. Daneben lässt sich die FSSC 22000 auch für Transport und Lagerung anwenden, wenn diese zum Betrieb gehörig sind. Außerdem kann die FSSC 22000 auch auf Packmittel für Lebensmittel sowie für die Herstellung von Futtermitteln angewendet werden. Als komplettes Zertifizierungssystem für Lebensmittelsicherheit-Managementsysteme, verbindet sie die Anforderungen der ISO 22000 und PAS 220/ISO 22002-1. Zusätzlich dazu haben die sektorspezifische Spezifikationen (ISO 22002-1 für Lebensmittel, PAS 222 für Futtermittel und PAS 223 für Packmittel) Gültigkeit. Die GFSI (Global Food Safety Initiative erkennt die FSSC als gleichwertig zu anderen genehmigten Verfahren wie dem IFS an, was eine hohe Akzeptanz bei allen an der Lebensmittelkette beteiligten Unternehmen gewährleistet. Da die FSSC 22000 auf einer ISO-Norm basiert und nicht „Eigentum“ einer Interessensvertretung ist, ist hier ein unabhängiges Verfahren sichergestellt.

GMP – Good Manufacturing Practice

Mit dem Begriff GMP (Good Manufacturing Practice – übersetzt: Gute Herstellungspraxis) werden Qualitätssicherungsrichtlinien für Produktionsprozesse und Produktionsumgebung in der Herstellung von Arzneimitteln, Wirkstoffen und medizinischen Produkten zusammengefasst. Diese finden teilweise auch Anwendung in der Herstellung von Lebensmitteln und Futtermitteln. Die Qualitätssicherung ist in für produzierende Unternehmen der Pharmaindustrie ein sehr zentrales Element, weil sich hier Abweichungen in der Qualität unmittelbar auf die Gesundheit der Verbraucher auswirken können. Ein GMP-konformes System zum Qualitätsmanagement leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Produktqualität. Darüber hinaus dient ein derartiges Qualitätsmanagementsystem zur Erfüllung der Anforderungen, die von den Gesundheitsbehörden verbindlich für die Vermarktung festgelegt sind. Der Begriff der „Good Manufacturing Practice“ wurde von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) bereits im Jahr 1962 eingeführt. Unter anderem haben die FDA und die Europäische Kommission Richtlinien im Rahmen der GMP für den Arzneimittelbereich erstellt.

HACCP – Hazard Analysis Critical Control Point

Das in den USA entwickelte HACCP-Konzept dient dazu, die Einhaltung der Hygienevorschriften im betrieblichen Alltag und so die Lebensmittelsicherheit sowie die Verbrauchersicherheit mithilfe vorbeugender Kontrollen zu gewährleisten.
Umfassende Informationen: HACCP

IFS Foof – International Featured Standard Food

Beim IFS Food (International Featured Standard Food) handelt es sich um einen weit verbreiteten Sicherheitsstandard für Lebensmittel, der durch ein einheitliches Bewertungssystem gekennzeichnet ist, das eine geeignete Auswahl und Qualifizierung von Zulieferern ermöglicht. Einzelhändler können unter anderem auf Basis des IFS Foof die Sicherheit der angebotenen Produkte gewährleisten. Darüber hinaus erlaubt der IFS Food die Überwachung der Qualitätsstandards der Hersteller von den in großen Einzelhandelsketten angebotenen Eigenmarken.

IFS Logistic

Der IFS Logistic ist ein gemeinsam vom deutschen (HDE) und französischen (FDC) Einzelhandel sowie von Logistikdienstleistern erarbeiteter Standard zur Qualitätssicherung für Lager und Transport – quasi zur Abdeckung der Lücke zwischen Produktion und Handel. Neben der Gewährleistung der Qualität geht es beim IFS Logistic auch um das Erreichen einer durchgängigen Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg. Durch den IFS Logistic sollen die Qualitätsrisiken (beispielsweise Kontamination), die beim Transportieren und Lagern von Lebensmitteln und Rohstoffen gegeben sind, abgestellt werden.

IPM – Integrated Pest Management

Beim IPM-Konzept (Integrated Pest Management = Integrierte Schädlingsbekämpfung) handelt es sich wie beim HACCP-Konzept um ein vorbeugendes System zur Gewährleistung der Lebensmittel- und Verbrauchersicherheit. Basis für das IPM-Konzept bildet eine Kombination aus anerkannten Kontrollmechanismen sowie der Anwendung aktuellen Wissens über die Lebenszyklen und Verbreitung der Schädlinge in Abhängigkeit zu ihrer Umwelt. Zielsetzung beim IPM ist eine weitgehende Schonung von Mensch und Umwelt.
Umfassende Informationen: Integrierte Schädlingsbekämpfung / IPM

ISO 17025

DIN EN ISO 17025 ist eine Qualitätsnorm für Analyseprüflaboratorien (Labors, wo Tests und Kalibrierungen durchgeführt werden). Durch die Umsetzung eines Qualitätssystems gemäß ISO 17025 soll die Fähigkeit zur Produktion durchgängig gültiger Ergebnisse verbessert werden.

Weitere Standards

Daneben können insbesondere Zulieferbetriebe von diversen unternehmensspezifischen Standards und Richtlinien ihrer Auftraggeber betroffen sein, die verpflichtend einzuhalten bzw. umzuzusetzen sind.

Einige Beispiele:

  • Demeter
  • Bioland
  • Tesco

Die JARKOW Schädlingsbekämpfung unterstützt Sie auch bei der Erfüllung der Anforderungen, die sich aus diesen und anderen Standards und Richtlinien ergeben und erstellt Ihnen ein individuell darauf zugeschnittenes Konzept für das Schädlingsmanagement.