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Biotechnische Schädlingsbekämpfungsmittel

Die Biotechnik ahmt natürliche biologische Prozesse nach und setzt diese zur Bekämpfung von Schädlingen ein. Bei den biotechnischen Schädlingsbekämpfungsmitteln handelt es sich um Instrumente zur Überwachung (Monitoring) und zur Bekämpfung, die sich aus einer Kombination physikalischer / mechanischer und biologischer Mittel zusammensetzen. Wenn bereits eine hohe Schädlingsanzahl vorhanden ist, reichen die biotechnischen Mittel für eine Bekämpfung nicht mehr aus, so dass sie nur noch für das Monitoring bzw. zur Befallskontrolle eingesetzt werden, während für die Bekämpfung andere Mittel zum Einsatz kommen.

Zu den biotechnischen Schädlingsbekämpfungsmitteln gehören:

 

  • lichtfalleLichtfallen

    Mit dem Begriff Lichtfallen werden Fluginsektenvernichtungsgeräte bezeichnet, die mit Spannungsgittern oder Klebeflächen versehen sind. Die Anlockung der Fluginsekten erfolgt bei den Lichtfallen durch UV-A-Licht (Bereich 365nm) und/oder Grünlicht (Bereich 500nm). In Abhängigkeit von der Ausführung der Lichtfalle, werden die Fluginsekten durch einen Kurzschlussfunken (Spannungsgitter) oder durch Verkleben (Klebeflächen) abgetötet.
    Mehr hierzu: UV-Fluginsektenvernichter

  • Klebefallen

    Klebefallen kommen gegen Schädlinge wie Motten, Schaben oder Käfer zum Einsatz. Klebefallensysteme sind in vielen verschiedenen Biotechnische Schädlingsbekämpfungsmittel: Klebefalle für LebensmittelmottenAusführungen erhältlich. Das Funktionsprinzip ist bei allen Klebefallen nahezu identisch: Die Schädlinge gelangen fliegend oder kriechend in das Falleninnere oder auf die Fallenfläche, wo sie vom Kleber fixiert werden und schließlich verenden. Die Attraktivität der Klebefallen wird durch die Verwendung artspezifischer Lockstoffe (siehe unten) erreicht.

  • Trichterfallen

    Trichterfallen sind so konzipiert, dass die Schädlinge zwar einfliegen, aber nicht mehr ausfliegen können. Wie bei den Klebefallen, kommen auch hier artspezifische Stoffe zum Anlocken der Schädlinge zum Einsatz (siehe unten).
    Biotechnische Schädlingsbekämpfungsmittel: Trichterfalle

    Trichterfallen werden in der Schädlingsbekämpfung insbesondere dann eingesetzt, wenn die Falle in einer stark staubbelasteten Umgebung untergebracht werden soll, wo die Wirksamkeit der Klebeflächen schnell nicht mehr gegeben wäre.

Um die Fallen für die Schädlinge attraktiv zu machen, werden verschiedene Lockstoffe (biologische Komponente der vorgestellten Schädlingsbekämpfungs-mittel) eingesetzt. – Einige Beispiele:

  • Pheromone / Sexuallockstoffe
    Als Pheromone bzw. Sexuallockstoffe werden die Hormone weiblicher Insekten eingesetzt und sind deshalb in der Wirkung auf männliche Insekten beschränkt. Pheromone finden als Lockmittel auf Klebefallen Verwendung. Die angelockten männlichen Insekten bleiben auf der Falle kleben und verenden. Auf diese Weise stehen den weiblichen Insekten weniger (bis im besten Falle keine) Partner mehr zur Fortpflanzung zur Verfügung. Pheromonfallen finden unter anderem bei der Bekämpfung von Lebensmittelmotten Anwendung.
  • Aggregationshormone
    Die Aggregationshormone stellen eine erste Weiterentwicklung der Sexuallockstoffe (Pheromone) dar. Körpereigene Substanzen der zu bekämpfenden Schädlingsart werden in Fallen eingebracht und suggerieren den Schädlingen die Anwesenheit von Artgenossen, so dass diese in die Fallen „gehen“. Wird beispielsweise in der Bekämpfung von Schaben oder Borkenkäfer eingesetzt.

Weitere biotechnische Schädlingsbekämpfungsmittel:

  • Gelbschalen

    Biotechnische Schädlingsbekämpfungsmittel: GelbschaleGelbschalen werden im Integrierten Pflanzenschutz eingesetzt, wo sie bei Rapsfeldern zum Monitoring von Schadinsekten dienen. Es handelt sich dabei um gelbe Kunststofffschalen in runder oder rechteckiger Form, deren Farbgebung dem der Rapsblüte ähnelt. Für das Monitoring werden mehrere Schalen – Anzahl in Abhängigkeit von der Feldgröße – in einem Abstand von 15m bis 20m zum Feldrand aufgestellt. Die Gelbschalen sollten sich an einer Halterung befinden und in der Höhe verstellen lassen. Eingestellt werden die Schalen jeweils auf Höhe des Pflanzenbestandes, damit die Schädlinge die Gelbschalen auch richtig wahrnehmen. In die Gelbschalen wird Wasser mit etwas Spülmittel eingefüllt. Die Oberflächenspannung des Wassers wird durch das Spülmittel gebrochen, was dafür sorgt, dass die eingeflogenen Insekten im Wasser absinken.

    Mithilfe der Gelbschalen kann der Zuflug von Schadinsekten in Feldnähe erfasst und anschließend anhand einer Auswertung beurteilt werden. Die Auswertung gibt Aufschluss darüber, ob eine chemische Pflanzenschutzmaßnahme erforderlich bzw. ökonomisch sinnvoll ist.

  • Leimtafeln: Gelbtafeln / Blautafeln bzw. Gelbsticker / Blausticker u. a.

    Gelbfalle, InsektenfalleBei den Leimtafeln (auch: Farbtafeln oder Insektentafeln) handelt es sich um farbige Klebefallen aus Pappe oder Kunststoffe, die in erster Linie zur Schädlingskontrolle im Pflanzenschutz eingesetzt werden. Besonders verbreitet und bekannt ist die gelbe Variante der Leimtafel, die als Gelbtafel oder Gelbsticker bezeichnet wird. Ebenfalls verbreitet sind blaue Leimtafeln, die entsprechend Blautafeln oder Blausticker genannt werden. Daneben gibt es Leimtafeln unter anderem noch in Weiß, Grün, Rot oder Rosa.

    Insekten weisen je nach Art eine unterschiedliche Affinität zu Farben auf, die man sich bei den Leimtafeln zu nutze macht. Die Schadinsekten werden durch die Farbgebung der Tafeln angelockt, landen darauf und werden durch die Leimschicht fixiert. Teilweise wird die Wirkung der Leimtafeln noch durch den zusätzlichen Einsatz von Lockstoffen erhöht. Darüber hinaus werden die Vorlieben bestimmter Schädlinge bei der Entwicklung der Bekämpfungs- bzw. Monitoringmittel berücksichtigt. Ein Beispiel hierfür sind grüne Stableimfallen, die optisch aufwachsenden Spargelstangen ähneln und zum Monitoring der Spargelfliege eingesetzt werden.