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Milben

Rote Milbe, die parasitär auf Spinne lebt.Milben sind achtbeinige Spinnentiere, die sehr klein und kaum sichtbar sind. Es gibt insgesamt etwa 60.000 Milbenarten, von denen nur wenige in der Schädlingsbekämpfung relevant sind.

Die verschiedenen Milben unterscheiden sich durch unterschiedlich geformte Beine, Haare, Borsten, Krallen, Saugnäpfe und Haftlappen voneinander.

Die Larven der Milben haben sechs Beine. Sie sind wie die erwachsenen Tiere sehr gefräßig.

In der Natur spielen die Milben eine große Rolle, weil sie an der Auflösung toter Lebewesen und Pflanzen beteiligt sind.

Anhand der Art ihrer Ernährung, werden die Milben in Staubmilben, Vorratsmilben, Saugmilben / Raubmilben, Nagemilben und Grabmilben unterschieden.

JARKOW Schädlinge-Lexikon: GrasmilbeEinige Milben nehmen direkt oder indirekt negativen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen. Dazu gehören beispielsweise die Hausstaubmilben und die Rote Vogelmilbe, die wir ausführlich im Lexikon behandeln. Ein weiterer Vertreter dieser Art von Milben sind die weiß gefärbten, maximal etwa 0,5mm großen Modermilben (Tyrophagus putrescentiae). Modermilben sind in Räumen mit mindestens 85% relativer Luftfeuchte anzutreffen, was in Bad und Küche der Fall sein kann. Darüber hinaus kann es in nicht ausgetrockneten Neubauten mit feuchten Räumen zu regelrechten Modermilbenplagen kommen. Befallen werden von der Modermilbe alle fett- und eiweißreichen Substanzen (Käse, Schinken, Getreideprodukte), vor allem dann, wenn diese schimmelig geworden sind. Ein Massenbefall mit Modermilben ist an einem „Gewimmel“ am bzw. im befallenen Produkt erkennbar. Wenn Lebensmittel von Modermilben befallen werden, sind sie in der Regel bereits schon vorher verdorben gewesen. Das Auftreten von Modermilben ist ein häufig ein Indiz für einen vorliegenden Schimmelbefall, der die Gesundheit gefährden kann. Empfindliche Personen können bei Kontakt mit den Milben oder dem Milbenkot mit allergischen Symptomen reagieren. Die Modermilben gelten neben den Hausstaubmilben als Auslöser der Hausstauballergie.

Es gibt aber auch Milben, die als Vorratsschädlinge in Erscheinung treten. Weit verbreitet dabei sind die Mehlmilben, die Backobstmilben und die Käsemilben. Diese auch als Nahrungsmittelmilben bezeichneten Milben bevorzugen Körner, Mehl, Käse, Backzutaten, Trockenfrüchte, Nüsse, offene Saucen- und Fertigsuppenpackungen, Marmelade, Gewürze und Tierfutter. Teilweise werden die Milben direkt mit den genannten Nahrungsmitteln eingeschleppt. Sie wandern jedoch auch von Nahrung zu Nahrung, wobei sie sich zur Fortbewegung gerne Käfern und Motten bedienen, an die sie sich klammern und ansaugen. Die am häufigsten auftretenden Nahrungsmittelmilben lassen sich gerade noch mit dem bloßen Auge erkennen. Mithilfe einer Lupe kann man jedoch noch besser Gewissheit über einen möglichen Milbenbefall erlangen.

Nahrungsmittel, die von Milben verunreinigt wurden, können schwere Allergien auslösen. So kann es zu Fieber, Kopfschmerzen sowie Pustel- und Bläschenbildung auf der Haut (breitet sich am gesamten Körper aus) kommen. Wenn milbenbefallene Nahrungsmittel verarbeitet oder verzehrt wird, können in der Folge auch gravierende Magen- und Darmreaktionen oder Asthmaanfälle auftreten.

Milben: Hier Mehlmilbe im LexikonMehlmilben sind sackartig geformt, achtbeinig, milchig-weiß bis hellgelb gefärbt und etwa 0,1 bis 0,6mm groß. Sie gehören zur Gruppe der Modermilben und bevorzugen Wärme und Feuchtigkeit (ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei über 75% und unter 85%). Sie befallen in erster Linie Mehl, Müsli, Korn und andere getrocknete Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs. Nahrungsmittel, die von Mehlmilben befallen ist, ist an einem hellen Belag, einem süßlichem Geruch und einer krümeligen Konsistenz erkennbar. Der Geschmack befallener Produkte ist bitter. Um einen Milbenbefall festzustellen, kann man etwas von dem „verdächtigen“ Mehl auf einem Teller glattstreichen und an einen warmen Ort stellen. Wenn die Mehloberfläche auch nach einer halben Stunde noch glatt ist, sind keine Milben vorhanden. Haben sich jedoch kleine Unebenheiten entwickelt, so deutet dieses auf Aktivitäten der Mehlmilben hin, die sich wie Minimaulwürfe im Mehl nach oben gewühlt haben. Das Mehl ist entsprechend befallen. Von Mehlmilben befallene Lebensmittel sind unbrauchbar und der Verzehr kann gesundheitsschädlich sein, da sie wie oben bereits erwähnt bei sensiblen Personen Allergien auslösen können.

Käsemilben sind etwa 0,5mm groß und haben eine Vorliebe für alten Käse und getrocknetes Fleisch. Befallene Nahrungsmittel weisen einen hellen Belag auf. Es ist jedoch so, dass nicht jeder helle Belag auf einen Befall mit Käsemilben schließen lässt. Wenn ein Käse nicht „gepflegt“ und zu warm gelagert wird, können sich Käsemilben ansiedeln und den Käse zerfressen. Die Ausscheidungen der Milben verunreinigen den Käse. Zudem zerfällt der Käse nach und nach. Käsemilben benötigen zur Gesamtentwicklung nur zwei Wochen und können sich entsprechend sehr rasant vermehren. Wenn sich die Milben nur auf der Schale des Käses oder auf der Außenseite von Hauswürsten oder Bündner Fleisch aufhalten, müssen die Nahrungsmittel nicht entsorgt werden. Vor dem Verzehr sollte man jedoch die Lebensmittel mit einem sauberen, trockenen Tuch abreiben oder die Schale entfernen.

Milben in der Detailvorstellung:

Maulwurf und Spitzmaus

Waschbär

Schädlinge von A-Z

(Lateinische Namen)


A: Acanthoscelides obtectus, Acheta domesticus, Anthrenus spec., Apodemus flavicollis, Apodemus sylvaticus, Argas reflexus, Arvicola terrestis, Arvicolinae, Attagenus pellio
B: Balaustium murorum, Blattaria, Blatta orientalis, Blattella germanica, Blattodea, Bombus
C: Calliphora erythrocephala, Calliphora vicina, Camponotus ligniperda, Carpophilus hemipterus, Cimex lectularius, Coleoptera, Columba livia domestica, Columba palumbus, Crocidura russula, Cryptolestes ferrugineus, Cryptophagidae, Culex pipiens
D: Dermanyssus gallinae, Dermatophagoides facrinae, Dermatophagoides pteronyssinus, Dermestes lardarius, Drosophila spec.
E: Ectobius sylvestris, Eliomys quercinus, Ephestia elutella, Ephestia kuehniella
F: Fannia canicularis, Formicoidea
G: Gibbium psylloides, Glis glis, Gnathocerus cornutus
H: Harmonia axyridis, Hofmannophila pseudospretella
I: Ixodes ricinus
K: Kleidocerys resedae
L: Lasioderma serricorne, Lasius brunneus, Lasius emarginatus, Lasius fulginosus, Lasius niger, Lathridiidae, Lepisma saccharina, Linepithema humile, Lucilia sericata
M: Martes foina, Microtus agrestis, Microtus arvalis, Monomorium pharaonis, Musca domestica, Mus musculus, Muscardinidae, Muscardinus avellanarius, Myodes glareolus, Myoxus glis
N: Necrobia rufipes, Nemapogon granellus, Niptus hololeucus
O: Ondatra zibethica, Orizaephilus mercator, Oryzaephilus surinamensis
P: Paravespula germanica, Paravespula vulgaris, Periplaneta americana, Periplaneta australasiae, Plodia interpunctella, Pollenia rudis, Porcellio scaber, Procyon iotor, Psocoptera, Psychodidae, Ptinus fur, Ptinus tectus, Pyrrhocoris apterus
R: Rattus norvegicus, Rattus rattus, Rhaphigaster nebulosa, Rhipicephalus sanguineus, Rhizopertha dominica
S: Sarcophaga carnaria, Siphonaptera, Sitophilus granarius, Sitophilus oryzae, Stegobium paniceum, Streptopelia decaocto, Supella longipalpa
T: Talpa europaea, Tapinoma melanocephalum, Tenebrio molitor, Tetramorium caespitum, Thaumatomyia notata, Thaumetopoea processionea, Thermobia domestica, Tinea pellionella, Tineola bisselliella, Tribolium castaneum, Tribolium confusum, Tribolium destructor, Trogoderma angustum, Trogoderma granarium
V: Vespa crabro, Vespidae