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Steinmarder (Hausmarder) – Martes foina

Kennzeichen und Allgemeines

Der Steinmarder wird auch als Hausmarder bezeichnet. Sein Körper ist circa 43 bis 48cm lang, zusammen mit dem buschigen Schwanz kann er eine Länge von 90cm erreichen. Das Steinmarder-Männchen (Rüde, bis 2,5kg) ist schwerer als das Weibchen (Fähe, um 1,5kg). Sein starres Fell ist graubraun mit durchschimmernder weißer Unterwolle und einem weißen, unten häufig bis in die Beine gespaltenen Kehl-Brust-Latz.

Er ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Jäger, der in erster Linie Mäusen, verwilderten Stadttauben und Ratten nachstellt. Daneben verschmäht er auch Insekten nicht und ernährt sich auch von pflanzlicher Nahrung. Besonders gerne frisst er Eier.

Die Bewegungen des Steinmarders sind springend (Bogensprünge). Bei einer Marderspur sind keine Abdrücke der Krallen erkennbar. Er ist außerdem ein ausgezeichneter Kletterer.

Fortpflanzung

Die Ranzzeit des Steinmarders ist im Juni und August. Wenn die Steinmarderfähe zur Paarung bereit ist, sucht sie das Revier des Rüden auf und setzt Duftspuren. Das folgende Paarungsspiel kann bis zu zwei Tage dauern, wobei es zur mehrfachen Paarung kommt.

Im März/April des darauf folgenden Jahres bringt die Steinmarderfähe drei bis vier Junge zur Welt. Die ungewöhnlich lange Tragezeit von ungefähr 280 Tagen, ergibt sich aus der Keimruhe der befruchteten Eizelle, die bis Februar anhält.

Bei der Geburt sind die jungen Steinmarder circa 15cm groß, 30g schwer, blind und fast vollkommen nackt. Die Fähe säugt die Jungen etwa acht Wochen lang. Wenn sie fünf Wochen alt sind, öffnen sie die Augen. Im Alter von sechs Wochen sind die ersten Zähne vorhanden (Schneidezähne). Etwa eine Woche später, beginnt die Fähe ihnen auch feste Nahrung mitzubringen. Mit neun Wochen verlassen die Jungtiere meist zum ersten Mal das Nest. Häufig nimmt die Mutter dazu abwechselnd nur ein Junges mit und macht dieses mit der direkten Umgebung (bspw. dem Dachboden) vertraut. Bis die Jungmarder 12 Wochen alt sind, bleiben sie noch im Nest, während die Fähe auf die Nahrungssuche geht.

Mit 4 Monaten werden die jungen Steinmarder zunehmend selbstständiger und verlassen das Nest auch ohne ihre Mutter. Sie verbringen nun viel Zeit mit Spielen. Wenn die Steinmarder auf dem Dachboden über Wohnräumen leben, kann man den Eindruck bekommen, dass ein nicht gerade geschickter Einbrecher dort oben sein Unwesen treibt. Zu dieser Zeit bringt die Fähe den Jungen auch alles bei, was sie wissen müssen, wenn sie später auf sich allein gestellt sind. Dann kommt auch bald die Zeit (Spätsommer / Herbst), wo die Jungtiere sich von der Mutter trennen, um sich ein eigenes Revier zu suchen.

Befall

Der Steinmarder hat sich an ein Leben in der Nähe des Menschen angepasst. Er lebt auf verlassenen Fabrikgeländen, bei Sägemühlen und zieht auch des Öfteren auf die Dachböden von Wohnhäusern.

Erkennbar ist ein Marderbefall meist durch seine Hinterlassenschaften. Er richtet regelrechte „Toiletten“ ein und setzt seine in der Regel schwarze Losung (Kot) meist auf leicht erhöhten Stellen wie Holzstößen und ähnlichem ab. Die Losung des Steinmarders ist spiralförmig gedreht, wurstartig und mit spitzen Enden versehen. Sie ist etwa 8 bis 10cm lang, circa 1 bis 1,5cm dick und oft mit Nahrungsresten (Federn, Haare, Obstkerne) durchsetzt, die auch zu Variationen in der Farbe der Losung beitragen können.

Schadwirkung

Wenn Steinmarder Dachböden besiedeln, kommt es zu Lärmbelästigung. Daneben zerstören die Tiere Isolierungen und sind Krankheits- und Parasitenüberträger (z. B. Milben, Flöhe, Fadenwürmer, Bandwürmer).

Bei Geflügelzüchtern hat der Steinmarder keinen guten Ruf, da er gelegentlich in Hühnerställe oder ähnliches eindringt, um an Eier zu gelangen und dabei häufiger Tiere tötet. Dieses Verhalten ist jedoch nicht auf den oft genannten „Blutrausch“ zurückzuführen, der dem Steinmarder gerne unterstellt wird, sondern geschieht wohl eher, weil die umher fliegenden Vögel den Marder verwirren.

Außerdem hält sich der Steinmarder auch immer wieder unter parkenden Autos auf, wo er Isolierkabel, Zündkabel und Gummischläuche zerbeißt. (Der Steinmarder hält sich unter dem Auto auf, weil es dort schön warm ist. Wenn man mit dem Auto irgendwo hinfährt, parkt und ein anderer Marder Unterschlupf unter dem Auto sucht und sein Revier durch Urinieren markiert, kommt es später Zuhause dazu, dass ein dort lebender Steinmarder den Eindruck bekommt, er habe es mit einem Eindringling in sein Revier zu tun, wenn er sich dem Auto nähert. In der Folge wird er aggressiv, was zum Zerbeißen von Kabeln und Leitungen führt.)

Weitere Informationen:

Maulwurf und Spitzmaus

Waschbär

Schädlinge von A-Z

(Lateinische Namen)


A: Acanthoscelides obtectus, Acheta domesticus, Anthrenus spec., Apodemus flavicollis, Apodemus sylvaticus, Argas reflexus, Arvicola terrestis, Arvicolinae, Attagenus pellio
B: Balaustium murorum, Blattaria, Blatta orientalis, Blattella germanica, Blattodea, Bombus
C: Calliphora erythrocephala, Calliphora vicina, Camponotus ligniperda, Carpophilus hemipterus, Cimex lectularius, Coleoptera, Columba livia domestica, Columba palumbus, Crocidura russula, Cryptolestes ferrugineus, Cryptophagidae, Culex pipiens
D: Dermanyssus gallinae, Dermatophagoides facrinae, Dermatophagoides pteronyssinus, Dermestes lardarius, Drosophila spec.
E: Ectobius sylvestris, Eliomys quercinus, Ephestia elutella, Ephestia kuehniella
F: Fannia canicularis, Formicoidea
G: Gibbium psylloides, Glis glis, Gnathocerus cornutus
H: Harmonia axyridis, Hofmannophila pseudospretella
I: Ixodes ricinus
K: Kleidocerys resedae
L: Lasioderma serricorne, Lasius brunneus, Lasius emarginatus, Lasius fulginosus, Lasius niger, Lathridiidae, Lepisma saccharina, Linepithema humile, Lucilia sericata
M: Martes foina, Microtus agrestis, Microtus arvalis, Monomorium pharaonis, Musca domestica, Mus musculus, Muscardinidae, Muscardinus avellanarius, Myodes glareolus, Myoxus glis
N: Necrobia rufipes, Nemapogon granellus, Niptus hololeucus
O: Ondatra zibethica, Orizaephilus mercator, Oryzaephilus surinamensis
P: Paravespula germanica, Paravespula vulgaris, Periplaneta americana, Periplaneta australasiae, Plodia interpunctella, Pollenia rudis, Porcellio scaber, Procyon iotor, Psocoptera, Psychodidae, Ptinus fur, Ptinus tectus, Pyrrhocoris apterus
R: Rattus norvegicus, Rattus rattus, Rhaphigaster nebulosa, Rhipicephalus sanguineus, Rhizopertha dominica
S: Sarcophaga carnaria, Siphonaptera, Sitophilus granarius, Sitophilus oryzae, Stegobium paniceum, Streptopelia decaocto, Supella longipalpa
T: Talpa europaea, Tapinoma melanocephalum, Tenebrio molitor, Tetramorium caespitum, Thaumatomyia notata, Thaumetopoea processionea, Thermobia domestica, Tinea pellionella, Tineola bisselliella, Tribolium castaneum, Tribolium confusum, Tribolium destructor, Trogoderma angustum, Trogoderma granarium
V: Vespa crabro, Vespidae