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Vierhornkäfer – Gnathocerus cornutus

Kennzeichen und Allgemeines

Der Vierhornkäfer hat eine rotbraune Färbung. Sein Körper ist verglichen mit den Reismehlkäfern etwas gedrungener. Auch ist der Kopf bei beiden Geschlechtern des Vierhornkäfers wesentlich breiter als bei den Reismehlkäfern. Der Vierhornkäfer erreicht eine Körperlänge von 3,5 bis 4,5mm. Die Männchen des Vierhornkäfers haben kräftige, an der Spitze nach oben gebogene Mundwerkzeuge (Mandibeln) mit hornförmigen Ausstülpungen und zwei gekrümmte Höcker auf der Stirn. Ihre Wangen sind seitlich winklig verbreitert. Weibliche Vierhornkäfer weisen die genannten Merkmale nicht auf, wodurch sie leicht von den Männchen unterschieden werden können.

Die drahtwurmartigen Larven des Vierhornkäfers sind gelblich gefärbt und im Querschnitt rund. Sie erreichen eine Länge bis 8mm. Kopf und Hinterleib sind bei den Larven dunkler gefärbt. Die Puppen des Vierhornkäfers messen 4,5mm in der Länge. Sie sind weiß und verfügen am Ende des Hinterleibs über zwei Dornen, die nach hinten gerichtet sind. Bereits im Puppenstadium sind bei den Männchen die charakteristischen Auswüchse am Kopf erkennbar.

Die Lebenserwartung des Vierhornkäfers liegt bei 10 Monaten bis zu mehr als 14 Monaten.

Es wird vermutet, dass der Vierhornkäfer ursprünglich in tropischen Gefilden beheimatet ist. Über den Handel wurde die Käferart weltweit verbreitet. In Europa spielt der Vierhornkäfer wirtschaftlich jedoch eine deutlich geringere Rolle als die dicht mit ihm verwandten Reismehlkäfer.

Der Vierhornkäfer kann nur in beheizten Räumen überwintern. Temperaturen um den Gefrierpunkt kann der Käfer nur wenige Stunden lang aushalten.

Fortpflanzung

Die Weibchen des Vierhornkäfers legen 200 bis 500 Eier an geeigneten Substraten ab. Die Eier sind weißlich gefärbt, etwa 0,5mm lang und oval. Ein klebriges Sekret hüllt die Eier ein. Staub- und Nahrungspartikel bleiben an diesem Sekret haften und sorgen so dafür, dass die Eier gut getarnt sind, da sie optisch mit der Umgebung zu einer Einheit verschmelzen. Wenn die Temperaturen über 20°C liegen, schlüpfen die Larven innerhalb von sieben Tagen. Die Entwicklung zum Käfer vollzieht sich über sechs Stadien, wobei ein Zeitraum von acht bis zehn Wochen vergeht. Die Larven legen sich zur Verpuppung eine Kammer mit Wänden aus zusammengepressten Nahrungspartikeln im Substrat an. Nach der Verpuppung schlüpfen die Käfer nach etwa 10 bis 15 Tagen. Die bei uns vorherrschenden Bedingungen ermöglichen beim Vierhornkäfer maximal zwei Generationen pro Jahr.

Eine Larvenentwicklung ist bei Temperaturen zwischen 15°C und 32°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von mindestens 40% möglich.

Befall

Ein Befall mit Vierhornkäfern tritt in Bäckereien, Mühlenbetrieben und Betrieben der Tierhaltung (beispielsweise in Schweinemastställen) auf. Vierhornkäfer halten sich bevorzugt in warmen und feuchten Bereichen auf (auch aktive Wasseraufnahme des Käfers durch Trinken).

Die Larven leben an Getreide, Getreideprodukten, ölhaltigen Samen, Kakaobohnen, Hundekuchen, Rosinen und anderen pflanzlichen Erzeugnissen. Unbeschädigte Getreidekörner werden von den Larven nicht befallen.

Im Vergleich zu anderen Schwarzkäfern, die Vorräte schädigen, hat der Vierhornkäfer einen verhältnismäßig hohen Proteinbedarf. An Getreidekörnern erfolgt in erster Linie eine Verwertung der eiweißhaltigen Partikel in der Schale sowie im Mehlkörper, so dass ein sehr typisches Schadbild entsteht. Zusätzlich deckt der Vierhornkäfer seinen Eiweißbedarf auf räuberische Art, in dem er Jagd auf andere Vorratsschädlinge macht, die das Substrat bevölkern.

Schadwirkung

Wenn ein sehr starker Befall mit dem Vierhornkäfer in einem Mühlenbetrieb vorliegt, kann es zu fördertechnischen Problemen kommen, insbesondere, wenn Förderschnecken eingesetzt werden.

Maulwurf und Spitzmaus

Waschbär

Schädlinge von A-Z

(Lateinische Namen)


A: Acanthoscelides obtectus, Acheta domesticus, Anthrenus spec., Apodemus flavicollis, Apodemus sylvaticus, Argas reflexus, Arvicola terrestis, Arvicolinae, Attagenus pellio
B: Balaustium murorum, Blattaria, Blatta orientalis, Blattella germanica, Blattodea, Bombus
C: Calliphora erythrocephala, Calliphora vicina, Camponotus ligniperda, Carpophilus hemipterus, Cimex lectularius, Coleoptera, Columba livia domestica, Columba palumbus, Crocidura russula, Cryptolestes ferrugineus, Cryptophagidae, Culex pipiens
D: Dermanyssus gallinae, Dermatophagoides facrinae, Dermatophagoides pteronyssinus, Dermestes lardarius, Drosophila spec.
E: Ectobius sylvestris, Eliomys quercinus, Ephestia elutella, Ephestia kuehniella
F: Fannia canicularis, Formicoidea
G: Gibbium psylloides, Glis glis, Gnathocerus cornutus
H: Harmonia axyridis, Hofmannophila pseudospretella
I: Ixodes ricinus
K: Kleidocerys resedae
L: Lasioderma serricorne, Lasius brunneus, Lasius emarginatus, Lasius fulginosus, Lasius niger, Lathridiidae, Lepisma saccharina, Linepithema humile, Lucilia sericata
M: Martes foina, Microtus agrestis, Microtus arvalis, Monomorium pharaonis, Musca domestica, Mus musculus, Muscardinidae, Muscardinus avellanarius, Myodes glareolus, Myoxus glis
N: Necrobia rufipes, Nemapogon granellus, Niptus hololeucus
O: Ondatra zibethica, Orizaephilus mercator, Oryzaephilus surinamensis
P: Paravespula germanica, Paravespula vulgaris, Periplaneta americana, Periplaneta australasiae, Plodia interpunctella, Pollenia rudis, Porcellio scaber, Procyon iotor, Psocoptera, Psychodidae, Ptinus fur, Ptinus tectus, Pyrrhocoris apterus
R: Rattus norvegicus, Rattus rattus, Rhaphigaster nebulosa, Rhipicephalus sanguineus, Rhizopertha dominica
S: Sarcophaga carnaria, Siphonaptera, Sitophilus granarius, Sitophilus oryzae, Stegobium paniceum, Streptopelia decaocto, Supella longipalpa
T: Talpa europaea, Tapinoma melanocephalum, Tenebrio molitor, Tetramorium caespitum, Thaumatomyia notata, Thaumetopoea processionea, Thermobia domestica, Tinea pellionella, Tineola bisselliella, Tribolium castaneum, Tribolium confusum, Tribolium destructor, Trogoderma angustum, Trogoderma granarium
V: Vespa crabro, Vespidae