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Flöhe – Siphonaptera

Kennzeichen und Allgemeines

Flöhe - Katzenfloh im Schädlinge-Lexikon auf JARKOW.deBereits vor 60 Millionen Jahren gab es Flöhe. Es handelt sich dabei um sprungfähige Insekten, die seitlich abgeplattet sind. Sie verfügen über einen äußerst harten Panzer, der sich nur sehr schwer knacken lässt. Es gibt verschiedene Arten von Flöhen, in Abhängigkeit dazu und zum Geschlecht schwankt die Körpergröße zwischen 1,5 und 6mm. Katzenflöhe und Hundeflöhe sind etwa 3mm groß. Menschenflöhe und Vogelflöhe erreichen um die 4mm. Die größten Flöhe sind die Maulwurfsflöhe mit einer Größe von bis zu 6mm.

Die Sprungfähigkeit variiert zwischen den einzelnen Arten und hängt vom Hauptwirt ab. Ein Katzenfloh kann beispielsweise beim Absprung die 140fache Erdbeschleunigung entwickeln. Der Flug erfolgt vollkommen unkontrolliert, wobei sich der Floh auf die Klammerwirkung der Borsten an seinem Körper verlässt. Die Borsten, Stacheln und Kämme an Kopf und Körper des Flohs sind ebenfalls von Art zu Art unterschiedlich ausgeprägt.

Die Vorfahren der heute verbreiteten Flöhe waren noch in der Lage zu fliegen. Heutzutage weisen jedoch alle Floharten keine Flügel mehr auf.

Weltweit gibt es etwa 2.000 Arten von Flöhen. In Europa sind davon rund 80 Arten vertreten, die zu 95% an Säugetieren und zu 5% an Vögeln leben.

Flöhe – Arten:

  • Katzenfloh – Ctenocephalides felis
  • Hundefloh – Ctenocephalides canis
  • Menschenfloh – Pulex irritans
  • Taubenfloh – Ceratophyllus columbae
  • Hühnerfloh – Ceratophyllus gallinae
  • Igelfloh – Archaeopspsylla erinacei
  • Hausmausfloh – Leptopsylla segnis
  • Europäischer Rattenfloh – Nosopsyllus fassiatus

Wenn Flohstiche beim Menschen auftreten, sind es in erster Linie Katzenflöhe, Hundeflöhe, Menschenflöhe, Taubenflöhe oder Hühnerflöhe. Mehr als 80% aller Flohprobleme, die in Europa auftreten, werden vom Katzenfloh verursacht. Der Hundefloh kommt seltener vor und der Menschenfloh ist heute eher die Ausnahme, da er im Laufe der Zeit weitgehend verdrängt werden konnte.

Die wurmartigen Flohlarven sind bis zu 6mm lang und mit Borsten besetzt.

Flöhe gehören zu den Ektoparasiten und damit zu den Gesundheitsschädlingen / Hygieneschädlingen.

Da sich Bluttemperatur und Blutkonsistenz nach dem Tod eines Warmblüters sehr schnell verändern, verlassen Flöhe einen abgestorbenen Wirt sofort.

Fortpflanzung

Bei der Paarung, die am Boden (Fellflöhe) oder aber auch am Wirt erfolgt, steigt der weibliche Floh auf den Rücken des Männchens und nimmt dessen Sexualorgan in sich auf. Das Sexualorgan muss dabei eine kurvenreiche Strecke bis zum Spermienablageort zurücklegen, weshalb der Prozess des Eindringens durchaus 10 Minuten dauern kann. Auch insgesamt nimmt der Geschlechtsakt bei den Flöhen einen großen Zeitraum ein, der nicht selten bis zu neun Stunden umfasst. Aus diesem Grund paaren sich Flöhe meist erst dann, wenn sie Blut des entsprechenden Wirtes aufgenommen haben, damit ihnen die notwendige Energie zur Verfügung steht.

Das Flohweibchen legt die oval-länglichen, weißen Eier (ca. 0,5mm groß) wahllos am Fell des Wirtes oder am Boden (Teppich, Lager oder Nest des Wirtes) ab. Dabei erfolgt keine Verklebung (wie von den Läusen bekannt), was dazu führen kann, dass das Haustier die Floh-Eier durch seine Bewegung in der gesamten Wohnung verteilt.

Larve des FlohsDie Larven schlüpfen in Abhängigkeit zur Temperatur nach 2 bis 14 Tagen. Diese sind zunächst von schlanker Form mit einer Länge von 0,5mm und strohfarbig. Die Flohlarven sind blind und lichtscheu. Sie halten sich in der Umgebung des Wirtslagers auf und bewegen sich schlängelnd. Organisches Material (Schuppen, Staub) sowie Kot erwachsener Flöhe oder Blutreste in den Lagerstätten der Haustiere dienen ihnen als Nahrung.

Je nach Temperatur entwickeln sich die Larven in 5 bis 15 Tagen (bei niedrigen Temperaturen können auch 40 Tage nötig sein). Die Larven spinnen sich einen Kokon und verpuppen sich darin. Da der Kokon natürlich dunkel gefärbt ist und auch die eingearbeiteten Schmutzpartikel dunkel sind, sind die Puppen nur schwer aufzufinden. Meist dauert das Puppenstadium 5 bis 10 Tage an (je nach Art und Umstand auch länger).

Wenn die Flöhe (Imagos) aus den Kokons schlüpfen, brauchen sie direkt eine Blutmahlzeit. Falls der Wirt fehlt, verbleiben sie in den Kokons und harren oft wochenlang oder monatelang aus, bis sie die Reize eines möglichen Wirtes (Wärme, Geruch, Erschütterung) zum Schlüpfen veranlassen.

Flöhe haben häufig eine erstaunlich hohe Lebenserwartung. So können einige Arten bis zu sechs Jahre alt werden. Der Menschenfloh bringt es immerhin auf 315 Tage. Während dieser Zeit sind fast alle Flöhe in der Lage lange Hungerphasen (mehr als 100 Tage) zu überdauern.

Befall

Die Larven der Flöhe nutzen organische Materialien, unverdautes Blut und den Kot der erwachsenen Flöhe als Nahrung. Sie nutzen Ritzen und andere dunkle Winkel nah bei den Rast- und Ruheplätzen ihrer Wirte als Aufenthaltsort. Ein Großteil der erwachsenen Flöhe hält sich ebenfalls nicht am Wirtstier, sondern verborgen in dessen Umgebung auf.

Wenn ein Flohbefall in Wohnräumen auftritt, handelt es sich meist um Katzenflöhe. Diese stechen bei einer kurzfristigen Abwesenheit von Katzen auch Menschen und Hunde, können sich aber bei diesen Wirten nicht dauerhaft halten.

Die einzige Flohart, die dauerhaft am Menschen überleben kann, ist der Menschenfloh. Diese sind allerdings heutzutage sehr selten. Gelegentlich kommt es in Schweine- oder Schafställen zu Massenvermehrungen.

Schadwirkung

Flöhe stechen mehrmals in einer Reihe und saugen Blut. Sie sind Überträger für verschiedene Bakterien, Viren und Bandwürmer. Früher waren Menschenflöhe neben Rattenflöhen und Pestflöhen die Hauptüberträger der Beulenpest.

Weitere Informationen:

 

Maulwurf und Spitzmaus

Waschbär

Schädlinge von A-Z

(Lateinische Namen)


A: Acanthoscelides obtectus, Acheta domesticus, Anthrenus spec., Apodemus flavicollis, Apodemus sylvaticus, Argas reflexus, Arvicola terrestis, Arvicolinae, Attagenus pellio
B: Balaustium murorum, Blattaria, Blatta orientalis, Blattella germanica, Blattodea, Bombus
C: Calliphora erythrocephala, Calliphora vicina, Camponotus ligniperda, Carpophilus hemipterus, Cimex lectularius, Coleoptera, Columba livia domestica, Columba palumbus, Crocidura russula, Cryptolestes ferrugineus, Cryptophagidae, Culex pipiens
D: Dermanyssus gallinae, Dermatophagoides facrinae, Dermatophagoides pteronyssinus, Dermestes lardarius, Drosophila spec.
E: Ectobius sylvestris, Eliomys quercinus, Ephestia elutella, Ephestia kuehniella
F: Fannia canicularis, Formicoidea
G: Gibbium psylloides, Glis glis, Gnathocerus cornutus
H: Harmonia axyridis, Hofmannophila pseudospretella
I: Ixodes ricinus
K: Kleidocerys resedae
L: Lasioderma serricorne, Lasius brunneus, Lasius emarginatus, Lasius fulginosus, Lasius niger, Lathridiidae, Lepisma saccharina, Linepithema humile, Lucilia sericata
M: Martes foina, Microtus agrestis, Microtus arvalis, Monomorium pharaonis, Musca domestica, Mus musculus, Muscardinidae, Muscardinus avellanarius, Myodes glareolus, Myoxus glis
N: Necrobia rufipes, Nemapogon granellus, Niptus hololeucus
O: Ondatra zibethica, Orizaephilus mercator, Oryzaephilus surinamensis
P: Paravespula germanica, Paravespula vulgaris, Periplaneta americana, Periplaneta australasiae, Plodia interpunctella, Pollenia rudis, Porcellio scaber, Procyon iotor, Psocoptera, Psychodidae, Ptinus fur, Ptinus tectus, Pyrrhocoris apterus
R: Rattus norvegicus, Rattus rattus, Rhaphigaster nebulosa, Rhipicephalus sanguineus, Rhizopertha dominica
S: Sarcophaga carnaria, Siphonaptera, Sitophilus granarius, Sitophilus oryzae, Stegobium paniceum, Streptopelia decaocto, Supella longipalpa
T: Talpa europaea, Tapinoma melanocephalum, Tenebrio molitor, Tetramorium caespitum, Thaumatomyia notata, Thaumetopoea processionea, Thermobia domestica, Tinea pellionella, Tineola bisselliella, Tribolium castaneum, Tribolium confusum, Tribolium destructor, Trogoderma angustum, Trogoderma granarium
V: Vespa crabro, Vespidae