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Goldfliege – Lucilia sericata

Kennzeichen und Allgemeines

Die Goldfliege ist aufgrund ihrer schillernden Färbung gut zu identifizieren. Die Goldfliege gehört zur Familie der Schmeißfliegen und wird deshalb auch Gold-grüne Schmeißfliege genannt. Es gibt verschiedene Arten, wobei hier insbesondere die Lucilia sericata genauer beschrieben wird. Sie zeichnet sich durch eine grünlich-goldene Färbung aus, die stark metallisch glänzt. Die Fliege wird 7 bis 12mm groß. Ihr Körper ist mit Haaren besetzt.

Als Lebensraum bevorzugt die Goldfliege menschliche Siedlungsgebiete. Beobachten kann man die schillernde Fliege häufig auf faulenden Stoffen, Exkrementen aber auch auf Blüten, wo sie Nektar saugt. Flugzeit der Goldfliege ist von Juni bis September. Sie sind tagaktiv

Aufgrund ihrer rosafarbenen Färbung werden die Larven der Goldfliege auch als Pinky Maden oder Goldfliegen im menschlichen Umfeld sind ernstzunehmende Schädlinge.Pinkies bezeichnet. Diese werden von Anglern als Köder und in der Terraristik als Futtermittel verwendet. Da die Larven bzw. Maden der Goldfliege eine Wundheilung begünstigen können, wurden früher in der Medizin häufig Goldfliegenmaden absichtlich an Wunden gesetzt. Die Larven anderer Goldfliegenarten sind elfenbeinfarbig.

Goldfliegen können den Geruch, der von verwesendem Fleisch abgegeben wird, über mehrere Kilometer Entfernung wahrnehmen.

Die Überwinterung der Goldfliege erfolgt im letzten Larvenstadium. Die Tiere gehen in Diapause, wobei sie auch tiefe Temperaturen bis -10°C überleben.

Fortpflanzung

Die Goldfliegen-Weibchen legen ihre Eier (2.000 bis 3.000 Stück) schubweise in größeren Gelegen, die 50 bis 200 Eier umfassen können, direkt auf das Nährsubstrat (bevorzugt Aas oder faulende pflanzliche Stoffe, manchmal auch offene, eiternde Wunden) ab. Bereits nach weniger als einem Tag schlüpfen die Larven aus ihren Eiern und bohren sich ins Substrat ein. Wenn die Temperaturen über 20°C liegen, sind die Larven nach etwa einer Woche ausgewachsen. Wenn die Möglichkeit besteht, wandern die Larven dann an einen trocknen, dunklen Ort zur Verpuppung aus, wobei bisweilen sehr große Entfernungen zurückgelegt werden. Nach einer Puppenruhe von etwa zehn Tagen schlüpfen dann die ersten Goldfliegen. Um die Räumlichkeit verlassen zu können, orientieren sich diese am Licht. Die adulte Goldfliege hat eine Lebenserwartung von etwa drei bis vier Wochen.

In einem Jahr sind bis zu acht Generationen möglich.

Befall

Adulte Goldfliegen fliegen in Gebäude ein. Sie bewandern und belecken dort Nahrungsmittel und legen unter Umständen ihre Eier ab. Weitere Informationen: siehe Schadwirkung.

Schadwirkung

Goldfliegen gehören zu den Vorratsschädlingen und stellen gleichzeitig eine ernstzunehmende Gesundheitsbedrohung dar. Durch Goldfliegen können ebenso nahrungszersetzende wie krankheitsübertragende Keime übertragen werden. Mechanische Übertragung von Erregern kann Darmerkrankungen beim Menschen hervorrufen. Wenn die Fliegen mit Wunden in Kontakt kommen, kann außerdem eine Sepsis (Blutvergiftung) eintreten. Legen die Fliegen bei warmen Temperaturen ihre Eier in Wunden ab, kann eine Wundmyiasis die Folge sein. Weiterhin gelten die Goldfliegen als Überträger von Typhus, Paratyphus, Dysenterien, Sommerdiarrhöen und Cholera.

In der Wohnung legt die Goldfliege ihre Eier bevorzugt an Fleischwaren ab. Innerhalb kürzester Zeit bohren sich die Maden in das Fleisch und fressen sich durch. Auf diese Weise wird das Fleisch ungenießbar. Eine Lagerung im Kühlschrank kann die Madenentwicklung nicht unterbrechen. Abgetötet werden die Maden erst, wenn das Fleisch stark erhitzt oder eingefroren wird. Befallene Lebensmittel sind deshalb nicht mehr für den Verzehr geeignet und müssen entsorgt werden.

In Lebensmittelbetrieben können Produkte durch die Goldfliege mit Speichel, Kot und Keimen verunreinigt werden.

In der Tierhaltung können Goldfliegen die Gesundheit der Tiere stark schädigen, wenn sie ihre Eier in Wunden oder auf intakten Hautstellen im Bereich der Ohren der Tiere ablegen. Ähnlich wie beim Menschen, kann es hier beispielsweise zu einer Wundmyiasis kommen, die, wenn sie andauert und nicht behandelt wird, sogar bis zum Tod des betroffenen Tieres führen kann. Eine besonders große Gefährdung ist für Schafe gegeben, da die durch Schweiß, Kot und Harn verdreckte Wolle der Tiere eine große Anziehungskraft auf Goldfliegen ausübt.

Maulwurf und Spitzmaus

Waschbär

Schädlinge von A-Z

(Lateinische Namen)


A: Acanthoscelides obtectus, Acheta domesticus, Anthrenus spec., Apodemus flavicollis, Apodemus sylvaticus, Argas reflexus, Arvicola terrestis, Arvicolinae, Attagenus pellio
B: Balaustium murorum, Blattaria, Blatta orientalis, Blattella germanica, Blattodea, Bombus
C: Calliphora erythrocephala, Calliphora vicina, Camponotus ligniperda, Carpophilus hemipterus, Cimex lectularius, Coleoptera, Columba livia domestica, Columba palumbus, Crocidura russula, Cryptolestes ferrugineus, Cryptophagidae, Culex pipiens
D: Dermanyssus gallinae, Dermatophagoides facrinae, Dermatophagoides pteronyssinus, Dermestes lardarius, Drosophila spec.
E: Ectobius sylvestris, Eliomys quercinus, Ephestia elutella, Ephestia kuehniella
F: Fannia canicularis, Formicoidea
G: Gibbium psylloides, Glis glis, Gnathocerus cornutus
H: Harmonia axyridis, Hofmannophila pseudospretella
I: Ixodes ricinus
K: Kleidocerys resedae
L: Lasioderma serricorne, Lasius brunneus, Lasius emarginatus, Lasius fulginosus, Lasius niger, Lathridiidae, Lepisma saccharina, Linepithema humile, Lucilia sericata
M: Martes foina, Microtus agrestis, Microtus arvalis, Monomorium pharaonis, Musca domestica, Mus musculus, Muscardinidae, Muscardinus avellanarius, Myodes glareolus, Myoxus glis
N: Necrobia rufipes, Nemapogon granellus, Niptus hololeucus
O: Ondatra zibethica, Orizaephilus mercator, Oryzaephilus surinamensis
P: Paravespula germanica, Paravespula vulgaris, Periplaneta americana, Periplaneta australasiae, Plodia interpunctella, Pollenia rudis, Porcellio scaber, Procyon iotor, Psocoptera, Psychodidae, Ptinus fur, Ptinus tectus, Pyrrhocoris apterus
R: Rattus norvegicus, Rattus rattus, Rhaphigaster nebulosa, Rhipicephalus sanguineus, Rhizopertha dominica
S: Sarcophaga carnaria, Siphonaptera, Sitophilus granarius, Sitophilus oryzae, Stegobium paniceum, Streptopelia decaocto, Supella longipalpa
T: Talpa europaea, Tapinoma melanocephalum, Tenebrio molitor, Tetramorium caespitum, Thaumatomyia notata, Thaumetopoea processionea, Thermobia domestica, Tinea pellionella, Tineola bisselliella, Tribolium castaneum, Tribolium confusum, Tribolium destructor, Trogoderma angustum, Trogoderma granarium
V: Vespa crabro, Vespidae