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Rotrückige Hausameise / Braune Wegameise
– Lasius brunneus

Kennzeichen und Allgemeines

Die Rotrückige Hausameise wird teilweise auch nur als Holzameise, als Braune Holzameise oder auch als Braune Wegameise bezeichnet. Die Arbeiterinnen der Rotrückigen Hausameise haben eine Größe von 2,5 bis 4mm. Ihr Kopf und ihr Hinterleib sind braun gefärbt, während Fühler, Kieferzangen, Brust und Beine eine gelbbraune Färbung aufweisen. Sie haben keine Flügel. Die Arbeiterinnen haben keinen Giftstachel, verspritzen aber bei Gefahr eine Flüssigkeit, die Ameisensäure enthält.

Die Königinnen der Rotrückigen Hausameise können eine Größe von bis zu 10mm erreichen. Sie haben einen braunen Körper, gelbbraun gefärbte Beine und Fühlerschäfte sowie braun getönte Flügel. Männliche Exemplare der Rotrückigen Hausameise werden bis zu 5mm groß. Sie sind schwarz gefärbt. Ihre Beine sind braun. Wie bei die Königinnen verfügen sie über Flügel mit bräunlicher Tönung.

Die Rotrückige Hausameise gehört zu den einheimischen Ameisenarten. Im Freien ernährt sie sich von Honigtau (Sekret der Blattläuse) und betreibt hierzu auch „Blattlauszucht“. Ihre Nester sind unter Brettern und Steinen in der Erde oder in morschem Holz zu finden.

Fortpflanzung

Von Juni bis Juli (bei warmen Temperaturen auch schon im Mai) schwärmen die geflügelten Geschlechtstiere der Rotrückigen Hausameise zum Hochzeitstanz aus. Bisweilen zeigt sich im Zuge dessen massenhaftes Auftreten der geflügelten Ameisen an Fenstern, was lästig sein kann. Das ist oft der Zeitpunkt, wo ein Befall mit der Rotrückigen Hausameise erstmalig bemerkt wird.

Nach Hochzeitsflug und Begattung werfen die weiblichen Geschlechtstiere der Rotrückigen Hausameise ihre Flügel ab, um dann unter der Borke stehender Bäume oder auch an geeigneten Stellen im Gebäude eine Nestkammer anzulegen.

Befall

Die Rotrückige Hausameise wandert vom Freien in Gebäude ein, wo sie sich an vesteckten Stellen niederlässt. Dazu gehören beispielsweise freiliegende Balkenköpfe, Fehlböden, Fußbodenheizungen, Türstöcke oder Fensterstöcke. Wenn sich die Ameisen im Haus niedergelassen haben, legen sie im ganzen Gebäude verdeckte Laufwege an. Zudem werden „Wächter“ zur Sicherung des Nestes an strategischen Punkten abgestellt Wenn die Ameisen gestört werden, können sie ihr Nest sehr schnell verlegen.

Meist geht einem Befall mit der Rotrückigen Hausameise ein Nässeschaden mit anschließender Fäulnis der Holzsubstanz voraus.

Wenn an Randleisten oder Spalten von Tür- oder Fensterstöcken Nagereste (Genagsel) gefunden werden, kann dieses ein Indiz für einen Befall mit der Rotrückigen Hausameise sein. Die Ameisen transportieren „Abfall“ wie zernagtes Dämmmaterial, Holzreste oder Puppenhäute aus ihrem Nest ab. Dieses Material ist relativ grob und kann unter dem Mikroskop eindeutige Hinweise auf den Ameisenbefall liefern.

Die Lebensdauer eines Ameisenvolkes kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Wenn die Bedingungen sehr günstig sind, können auch mehrere Nester in einem einzigen Gebäude zu finden sein.

Schadwirkung

Die Rotrückige Hausameise ist in erster Linie ein Holzschädling (primärer und sekundärer Materialschädling), da sie ihre Nester bevorzugt in Holz (sowohl in durch Pilzen und Insekten vorgeschädigtem Holz als auch in unbeschädigtem Bauholz) in Gebäuden anlegt. Sie höhlt das Holz dazu entlang der Jahresringe aus. Als Folgeerscheinung können sich Pilze am bzw. im geschädigten Holz ansiedeln. Im Rahmen des Nestbaus kann zudem Isoliermaterial von der Rotrückigen Hausameise beschädigt und in kleinen Mengen Mörtel abgetragen werden.

Auf der Nahrungssuche kann es dazu kommen, dass die Arbeiterinnen der Rotrückigen Hausameise zuckerhaltige Nahrungsmittel in der Küche oder im Vorrats- bzw. Lagerraum befallen. Zur Larvenaufzucht benötigen die Ameisen außerdem zeitweise auch eiweißhaltige Nahrung. Im Rahmen der Futtersuche bzw. Futteraufnahme können die betroffenen Lebensmittel durch die Ameisen mit humanpathogenen Keimen kontaminiert werden, was gesundheitsschädigende Auswirkungen haben kann.

Weitere Informationen:

Maulwurf und Spitzmaus

Waschbär

Schädlinge von A-Z

(Lateinische Namen)


A: Acanthoscelides obtectus, Acheta domesticus, Anthrenus spec., Apodemus flavicollis, Apodemus sylvaticus, Argas reflexus, Arvicola terrestis, Arvicolinae, Attagenus pellio
B: Balaustium murorum, Blattaria, Blatta orientalis, Blattella germanica, Blattodea, Bombus
C: Calliphora erythrocephala, Calliphora vicina, Camponotus ligniperda, Carpophilus hemipterus, Cimex lectularius, Coleoptera, Columba livia domestica, Columba palumbus, Crocidura russula, Cryptolestes ferrugineus, Cryptophagidae, Culex pipiens
D: Dermanyssus gallinae, Dermatophagoides facrinae, Dermatophagoides pteronyssinus, Dermestes lardarius, Drosophila spec.
E: Ectobius sylvestris, Eliomys quercinus, Ephestia elutella, Ephestia kuehniella
F: Fannia canicularis, Formicoidea
G: Gibbium psylloides, Glis glis, Gnathocerus cornutus
H: Harmonia axyridis, Hofmannophila pseudospretella
I: Ixodes ricinus
K: Kleidocerys resedae
L: Lasioderma serricorne, Lasius brunneus, Lasius emarginatus, Lasius fulginosus, Lasius niger, Lathridiidae, Lepisma saccharina, Linepithema humile, Lucilia sericata
M: Martes foina, Microtus agrestis, Microtus arvalis, Monomorium pharaonis, Musca domestica, Mus musculus, Muscardinidae, Muscardinus avellanarius, Myodes glareolus, Myoxus glis
N: Necrobia rufipes, Nemapogon granellus, Niptus hololeucus
O: Ondatra zibethica, Orizaephilus mercator, Oryzaephilus surinamensis
P: Paravespula germanica, Paravespula vulgaris, Periplaneta americana, Periplaneta australasiae, Plodia interpunctella, Pollenia rudis, Porcellio scaber, Procyon iotor, Psocoptera, Psychodidae, Ptinus fur, Ptinus tectus, Pyrrhocoris apterus
R: Rattus norvegicus, Rattus rattus, Rhaphigaster nebulosa, Rhipicephalus sanguineus, Rhizopertha dominica
S: Sarcophaga carnaria, Siphonaptera, Sitophilus granarius, Sitophilus oryzae, Stegobium paniceum, Streptopelia decaocto, Supella longipalpa
T: Talpa europaea, Tapinoma melanocephalum, Tenebrio molitor, Tetramorium caespitum, Thaumatomyia notata, Thaumetopoea processionea, Thermobia domestica, Tinea pellionella, Tineola bisselliella, Tribolium castaneum, Tribolium confusum, Tribolium destructor, Trogoderma angustum, Trogoderma granarium
V: Vespa crabro, Vespidae