Der früher häufiger gebrauchte Begriff „Kammerjäger" ist heute lediglich noch die umgangssprachliche Ausdrucksweise für einen Schädlingsbekämpfer, der Schädlinge in Haus und Wohnung - eben in der „Kammer" - bekämpft. Entgegen der häufig herrschenden Ansicht, der Beruf des Kammerjägers bzw. Schädlingsbekämpfers sei ausgestorben und die Problematik gehöre der Vergangenheit an, nehmen Schädlinge in Häusern weiter zu und die Dienstleistung zur Bekämpfung von Schädlingen wird immer häufiger benötigt. Gefördert wird das Auftreten von Schädlingen in den letzten Jahren oft durch mangelnde Kenntnisse wie z. B. die richtige Lagerung von Vorräten und die zu späte Reaktion bzw. das zu späte informieren des Kammerjägers, da man meist davon ausgeht, dass es diesen Beruf nicht mehr gibt. Diese Schädlinge können Ratten und Mäuse aber auch Insekten wie z. B. Wanzen, Schaben (z. B. Kakerlaken), Flöhe, Zecken oder Milben sein. Man kann Schädlinge in unterschiedliche Gruppen einsortieren wie etwa Materialschädlinge (z. B. Holzwurm), Vorratsschädlinge (Lebensmittelmotte) und Gesundheitsschädlingen (z. B. Ratten, die Krankheiten übertragen können). Es gibt darüber hinaus eine klare Abgrenzung zu Tieren, welche in Gebäuden vorkommen und ebenfalls nicht immer gerne gesehen werden, da sich Menschen häufig vor ihnen ekeln - beispielsweise Spinnen. Da diese jedoch nützlich sind, zählen sie nicht zu den Schädlingen. Gelegentlich handelt es sich auch um exotischere Tiere wie z. B. Schlangen, die man dann meist als Lästlinge bezeichnet, da sie nicht gefährlich aber sehr wohl störend sind, wenn etwa ein Gebäude auf dem Winterquartier heimischer Kriechtiere errichtet wird und die Schlangen früher oder später auch Zugang zum Gebäude finden - beispielsweise durch geöffnete Fenster und Türen. Der Begriff Schädlingsbekämpfer ist in Deutschland die offizielle Bezeichnung dieses Dienstleisters, es handelt sich seit 2004 hierbei um einen Ausbildungsberuf, vor 2004 wurde der Schädlingsbekämpfer nur als Umschulungsberuf gesehen. Häufig ist die Arbeit des Schädlingsbekämpfers nicht mit der Vernichtung der Schädlinge getan - auch die Ursachen für den Befall mit Ungeziefer muss in Erfahrung gebracht und vorbeugend vermieden werden. Bekämpft werden können Schädlinge auf zwei grundlegend unterschiedliche Wege. Zum einen werden gezielt Gifte eingesetzt, die je nach Zielgruppe eigene Bezeichnungen tragen wie etwa Rotendizide (gegen Nagetiere), Akarizide (gegen Milben und Zecken), Larvizide gegen Larven von Insekten und Insektizide gegen ausgewachsene Insekten. Zum anderen lassen sich Schädlinge auch mit Hilfe ihrer natürlichen Feinde bekämpfen. In jedem Fall gilt jedoch, dass so wenig Wirkstoff eingesetzt werden darf, wie möglich ist, und dass dieser sehr gezielt einzusetzen ist. In vielen Ländern gilt ein Ungezieferproblem als ein Indiz für unzureichende Hygiene, so dass der Schädlingsbekämpfer oft in neutralen Fahrzeugen ohne Werbung und ohne Firmenbezeichnung auf der Dienstkleidung anreisen und seine Arbeit verrichten muss. Es ist hier oft von großer Bedeutung, die Bekämpfung der Schädlinge extrem unauffällig zu gestalten. Lediglich Schädlingsbekämpfer, die speziell die Taubenplage bekämpfen, werden in allen Ländern gleichermaßen anerkannt, da diese Problematik mit Hygiene nichts zu tun hat. Andere Länder - beispielsweise solche mit vielen Holzhäusern - sind an Schädlinge gewöhnt und es ist bekannt, dass das Auftreten von Schädlingen nichts mit Hygiene zu tun hat. Mitunter ist sogar das Gegenteil der Fall und die Arbeit eines Schädlingsbekämpfers wird als ganz besonders ernst genommene Hygiene gewertet, was sich demzufolge in auffälligen Beschriftungen auf Dienstkleidung und Fahrzeugen äußert. Zurück zur Startseite: Kammerjäger und Schädlingsbekämpfung |