Kennzeichen und Allgemeines
Die Deutsche Schabe wird auch als Küchenschabe oder Hausschabe bezeichnet. In den meisten Fällen geht es in der Schädlingsbekämpfung bei Schaben um diese Art, da sie in Deutschland am häufigsten vorkommt.
Ihr lehmfarbiger bis schmutzig-gelber oder goldbrauner Körper ist schlank mit einer Länge von circa 10 bis 15mm Länge. Typisch für die Deutsche Schabe sind zwei dunkelbraune Längsstreifen am Halsschild. Die Deutsche Schabe hat verkümmerte, lederartig versteifte Vorderflügel und hautähnliche Hinterflügel, die in der Länge über den Körper der Schabe hinausragen.
Verwechselt werden kann die Deutsche Schabe mit der deutlich größeren Orientalischen Schabe oder der Waldschabe.
Deutsche Schaben sind in der Lage an Decken und Wänden zu laufen. Sie können außerdem 5 bis 10cm weit springen. Sie sind nachtaktiv und bewegt sich schnell huschend vorwärts. Obwohl die Flügel vollständig ausgebildet sind, nutzen die Tiere die theoretische Möglichkeit zum Flug nicht.
Neben beheizten Räumen, kann die Deutsche Schabe auch bedingt im Freiland z.B. auf einer Müllhalde überleben.
Die Deutsche Schabe kommt ursprünglich aus wärmeren Gefilden und wurde in Deutschland eingeschleppt. Sie ist - anders als der Name vermuten lässt – nicht nur hierzulande, sondern weltweit zuhause und zeichnet sich durch ihre besondere Robustheit aus. Obwohl die Tiere eigentlich an hohe Temperaturen gebunden sind, können sie auch niedrige Temperaturen überleben. Wenn das Thermometer auf unter 4°C fällt, schränken die Schaben ihre Bewegungen ein. Der Wärmetod tritt erst bei Temperaturen über 42°C ein. Zudem kann die Deutsche Schabe auch lange Hungerzeiten (10 bis 40 Tage) überstehen.
Fortpflanzung
Die Weibchen der Deutschen Schabe tragen ihre braunen Ei-Pakete (Ootheken) für einen Zeitraum von bis zu etwa vier Wochen am Hinterleib. Der Zeitraum ist abhängig von der Temperatur. Bei 25°C beträgt die Dauer etwa einen Monat. Herrschen 30°C vor, reduziert sich diese Zeit auf 2 bis 2,5 Wochen.
Ein Ei-Paket (Oothek) enthält durchschnittlich circa 30 Eier (bis 40). Die Larven schlüpfen in der Regel direkt nachdem das Weibchen das Ei-Paket abgelegt hat. Sie erreichen innerhalb eines Zeitraums von zwei bis drei Monaten die Geschlechtsreife.
Sterbende Weibchen können ihr Ei-Paket vorzeitig ablegen, wobei dieses bis zum Schlüpfen der Larven nachreift. Die Ei-Pakete der Deutschen Schabe zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Insektiziden aus, was den Fortbestand der Schabenkolonie sichert.
Die Deutsche Schabe legt ihre Ei-Pakete bevorzugt an feuchtwarmen Plätzen ab. Sie sind in Elektrogeräten, im Abfall, in Heizungsrohrsystemen und an Fäkalien zu finden.
Erwachsene Deutsche Schaben werden einige Monate alt.
Befall
Die Deutsche Schabe gehört wie alle Schaben zu den Allesfressern. Sie ernähren sich von Lebensmitteln und Vorräten aller Art. Besonders häufig tritt die Deutsche Schabe in Gastronomiebetrieben, Hotels, Heimeinrichtungen, Krankenhäusern, Bäckereien und ähnlichen Unternehmungen auf. Die Einschleppung erfolgt aus derartigen Betrieben. Deutsche Schaben wandern außerdem aus der Kanalisation zu.
Schadwirkung
Befallene Nährsubstrate werden von den Schaben angefressen und mit Kot (harte schwarze Krümel) sowie Häutungsresten verunreinigt. Diese Abscheidungen können beim Menschen allergische Reaktionen verursachen. Zudem verschleppen die Deutschen Schaben durch das Belaufen von Fäkalien und Abfällen Krankheitskeime bis hin zu Bandwürmern. Zudem sind Salomenellen in der Lage, sich im Kropf der Schaben zu vermehren. |
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